Hintergründe

Wer wir sind

„Du kannst forschen“ ist das aktuelle Vermittlungsprojekt der Kompetenzbereiche “Vulkanologie, Archäologie und Technikgeschichte (VAT)“ und „Experimentelle Archäologie (ExAr)“ des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz (RGZM) in Kooperation mit dem Vulkanpark Osteifel.

Projektstruktur

Aus der langjährigen Expertise des Kompetenzbereichs VAT in der Mühlsteinforschung entstand 2017 die Idee zum Projekt. Im Rahmen des Aktionsplans „Forschungsmuseen als Orte von Bildung und Wissenstransfer“ der Leibniz-Gemeinschaft entwickelt das RGZM im Jahr 2018 in mehreren Aktionsschwerpunkten, zu denen „Du kannst forschen“ gehört, innovative Wissenstransfer- und Kommunikationsmaßnahmen. Ziel ist es unter anderem, die genannten Bereiche weiter auszubauen und z.B. mithilfe der Schaffung „informeller Lernorte“ den unmittelbaren Austausch zwischen Wissenschaft und Bürgern zu ermöglichen.
Hier setzen wir mit „Du kannst forschen“ an, in dem wir Wissenschaft mir Bürgerbeteiligung (Citizen Science) auf der Grundlage relevanter archäologischer Fragestellungen erproben.

Citizen Science

Citizen Science (Bürgerwissenschaft) klingt nach einer neuen Erfindung, ist aber im Kern ein altbewährtes Konzept: Bürgerinnen und Bürger beteiligen sich in unterschiedlicher Art und Weise an der Wissensbeschaffung und am Erkenntnisgewinn. Bereits vor Jahrhunderten gab es leidenschaftliche Laienforscher, die zu wissenschaftlichen Erkenntnissen beitrugen, indem sie Naturphänomene experimentell erforschten und dokumentieren oder sich an Vogelzählungen beteiligten.
In den letzten Jahren haben sich die Möglichkeiten stark erweitert. Neue digitale Technologien erlauben es Bürgern, ortsunabhängig aktiv an großangelegten Forschungsprojekten mitzuwirken. So können zum Beispiel über Smartphone-Apps Daten erhoben oder über Online-Meldeportale gemeldet werden. Ohne diese Unterstützung käme manche Forschung nicht mehr aus, da für gesicherte Erkenntnisse oft große Datenmengen benötigt werden, die hauptberufliche Wissenschaftler selbst kaum sammeln können. Zum anderen steigt das Bedürfnis der Bürgerinnen und Bürger, an allen Stufen und Prozessen der Forschung beteiligt zu werden – von der Definition neuer Forschungsfragen über die Konzeption von Projekten bis hin zur Auswertung und Veröffentlichung. (Quelle: Citizen Science in der Leibniz Gemeinschaft)

Weiterführende Links zu Citizen Science:

Experimentelle Archäologie

Ähnlich der Bürgerforschung reichen die Wurzeln der experimentellen Archäologie bereits Jahrhunderte zurück. Früh hatten auch hier am kulturellen Erbe interessierte Autodidakten begonnen, vergangene Lebensweisen und Techniken durch Experimente nachzuvollziehen. Im Laufe der Zeit hat sich aus diesen oft noch unsystematischen Versuchen ein eigenständiger Zweig der archäologischen Forschung herausgebildet.
Wie der Aufbau eines naturwissenschaftlichen Experimentes unterliegt auch das archäologische Experiment bestimmten Regeln und Grundsätzen. Wichtigste Voraussetzung ist eine klar definierte wissenschaftliche Fragestellung als Grundlage für das Experimentaldesign. Hiernach richten sich z.B. die Verwendung der richtigen Materialien, Messapparaturen oder Dokumentationsmethoden. Sorgfältige Planung ist schließlich die Voraussetzung für die beiden wichtigsten Kriterien eines jeden Experiments: die prinzipielle Nachvollziehbarkeit und Wiederholbarkeit.
Die Etablierung der experimentellen Archäologie als eigenständiger Forschungsdisziplin innerhalb der archäologischen Wissenschaften ist ein fortdauernder Prozess – ihr vielfältiger Einfluss schlägt sich heute in zahlreichen europäischen Freilichtmuseen, internationalen Vereinigungen und nicht zuletzt in der Institutionalisierung der Forschungsinfrastruktur wie dem Labor für Experimentelle Archäologie (LEA) in Mayen nieder.

Weiterführende Links zur experimentellen Archäologie: