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Experimentieren geht über Studieren

… dachten sich kürzlich auch einige internationale Studentengruppen, die an mehreren Terminen an unserem Experiment teilgenommen haben. Sie kamen aus ganz unterschiedlichen Fachdisziplinen: Geologie, Material- und Restaurierungswissenschaften und Archäologie. Unsere rekonstruierten Experimental-Mühlen wurden genau unter die Lupe genommen und man diskutierte lebhaft über unsere technischen Lösungen und mögliche Variationen für zukünftige Experimentreihen. In Hinblick auf unsere Dokumentation kam außerdem nicht zum ersten mal der Vorschlag, auch die Richtung, in der die Mühle gedreht wird sowie einen eventuellen Wechsel der Drehrichtung während eines Versuchs festzuhalten. Das werden wir uns jetzt auf jeden Fall überlegen – Und für genau solche Denkanstöße machen wir Citizen Science!

Nicht nur wir hatten eine gute Zeit mit den Studenten: „…bei Euch fühlt man sich wirklich gut aufgehoben!“ war der Kommentar einer Geologiestudentin, der uns natürlich sehr gefreut hat!

   

Handmühlen in der dritten Dimension

Eine unserer Hauptforschungsfragen, die dem Experiment zugrunde liegen, ist die nach der Leistungsfähigkeit antiker Maschinen. Abnutzung bzw. Abrieb der Mühlsteine ist einer der Parameter an denen wir z.B. die Lebensdauer einer Mühle messen wollen. Hier kommt die moderne Spurenforschung zum Einsatz.

Unsere Handmühlen bestehen aus Mayener Basalt, der dafür bekannt ist, besonders robust und langlebig zu sein. In der Pilotphase werden wir es gerade deswegen nicht schaffen, unsere Handmühlen abzunutzen. Dennoch wollen wir den Unterschied zwischen Neu- und Gebrauchtzustand analysieren. Dafür wurden unsere Steine an der Hochschule Mainz von unserer Kollegin, der Vermessungsingenieurin Anja Cramer, 3D gescannt. Für diese Aufnahmen wurden die Mühlen vorher mit Messpunkten versehen. Diese Punkte helfen uns, die ersten Aufnahmen mit einem zweiten „Nachherscan“ vergleichen zu können. Wir erhoffen uns von diesen hochauflösenden Aufnahmen Aussagen zum Abrieb der Steine treffen zu können.

 

   Fotos: Anja Cramer, Guido Heinz

Mola rotunda – Wer zuerst kommt, mahlt zuerst

Am Sonntag den 26. August stand das Römerbergwerk unter dem Motto „Vom Getreide zum Brot“.
Der Thementag „mola rotunda“ lockte viele begeisterte Besucher. „Du kannst forschen“ war mit von der Partie.
Wir hatten die Möglichkeit vielen interessierten Bürgern unser Experiment näher zu bringen, zu erklären und
auch auszuprobieren.

Erstaunlich dabei war, dass vor allem Kinder Interesse am wissenschaftlichen Aspekt des Mahlens zeigten.
Eine schöne Überraschung und ein Denkanstoß für unsere Teilnehmerakquise.

Sichtbar spannend!

Heute war ein ganz besonders aufregender Tag für uns. Das Mittelrhein TV (tvm) interessiert sich für „Du kannst forschen“!

Wir durften im Talk mit Theresa Klöckner bei „Live ab 6“ auf der Couch Platz nehmen. Sie stellte viele Fragen zu Archäologie, zu unserer Motivation am Fach oder zur Entstehung des Projektes.
Es hat viel Spaß gemacht und wir hoffen auf diesem Wege noch den ein oder anderen Interessenten zu finden 🙂

 

Live ab 6 –  heute am 21.08.2018 im Mittelrhein TV ab 18 Uhr (Live Stream) (Mediathekbeitrag)

Wir sind gespannt!

Hörbar spannend!

Der SWR hat sich für unsere Versuche interessiert und einen spannenden Hörfunkbeitrag unter dem Titel „Mahlen für die Wissenschaft“ produziert.
Die Anmoderation beschrieb uns wie folgt:

Du kannst forschen, so heißt das neue Projekt des Römisch-Germanischen Zentralmuseums.  Im Römerbergewerk Meurin in Kruft können Laien jetzt zu Wissenschaftlern werden. Dabei geht es darum antike Küchenmaschinen zum Leben zu erwecken. Wie kraftraubend das ist, das haben gestern Teilnehmer  erfahren, die wie Römer und Kelten ihr Korn mahlen mußten – mit Muskelkraft. SWR Reporterin Bärbel Brüggmann hat das für uns beobachtet:

(auch nachzulesen 🙂 )

Ma(h)l was Anderes….

…war kürzlich die Teilnahme einer ganzen Truppe von »Kelten« an unserem Experiment! »Touta Artio« nennen sie sich und legen viel Wert auf wissenschaftlich angemessen rekonstruierte Abbildung keltischen Lebens – Und wie man sieht, erschienen sie auch alle in entsprechender Garderobe.

Über die im Experiment vorgesehenen Fragen hinaus brachten »Touta Artio« eigene Fragestellungen mit:

  • wie geeignet ist eigentlich unsere Kleidung für diese alltägliche körperliche Arbeit?
  • wie grob oder fein fällt das Mahlgut aus und was ließe sich daraus an authentischen Gerichten zubereiten?

Uns freute ihr Engagement und auch ihre konstruktiven Fragen und Anregungen für uns – wir hatten einen spannenden Vormittag mit intensivem Austausch. Zum Abschluss gab es für Jeden zum Ausgleich des Energiehaushaltes ein paar Keltenkringel, die uns Touta Artio spendeten.

 

Versuch macht klug…!

Vorbereitungen und Organisatorisches sind abgeschlossen – Der Startschuss für die Experimente ist gefallen! Hier unsere ersten Eindrücke:

Erstmal waren wir natürlich selbst neugierig auf unsere Teilnehmer – daher haben wir uns besonders über die ziemlich gemischte Zusammensetzung der Gruppen gefreut: die Alterspanne reichte von 10 bis 64 Jahren, die Fitness vom Hobby-Rennradler bis zu körperlich beeinträchtigten Personen und beruflich vom Ingenieur bis zur Bürokraft. Alle hatten aber Eines gemeinsam: die Neugier auf unser Projekt und auf einen ungewöhnlichen Tag im Römerbergwerk.

Anfangs testete jeder seine Mahltechnik an unseren extra bereit gestellten Übungsmühlen; erst ohne- dann mit dem Experimentablauf. Anschließend ging es an die eigentlichen Experimentalmühlen. Der Citizen-Science-Aspekt des Versuchsaufbaus funktioniert sehr gut; Schnell ergaben sich Gespräche auf Augenhöhe mit den Teilnehmern (hier z.B. Eindrücke einer Teilnehmerin) und wir bekamen erste Anregungen und Optimierungsvorschläge sowohl zum organisatorischen Ablauf als auch zu technischen Veränderungen, die wir gleich für die jeweils folgenden Termine umgesetzt haben.

Auf jeden Fall hat „Du kannst Forschen“ schon jetzt vielfältige Erkenntnisse geliefert und ganz sicher auch Spaß gemacht.

Um etwas zu den ersten Mahlergebnissen zu sagen, ist es jedoch noch zu früh – hierzu brauchen wir generell noch zahlreiche weitere Datensätze.

 

..und weiter geht es.

Die Mühlen sind in Form gebracht, der letzte Schliff abgeschlossen. Jetzt geht es an die Zusatzteile, denn mit Steinmetzarbeit alleine ist es nicht getan um einen der wertvollsten Haushaltsgegenstände antiker Zeit zu fertigen.
Halterungen und Achsen müssen angebracht und eingebleit werden. Kuno Menchen hat diese in den letzten Tagen für die römische Mühle im Römerbergwerk Meurin fertig gestellt:

Die Mühlen mahlen!

Der Archäotechniker Kuno Menchen war in den letzten Wochen sehr fleißig. Mittlerweile sind fast alle unsere
Mühlen fertig gestellt. Sie konnten eingemahlen und getestet werden. Im nächsten Schritt geht es an die Hochschule Mainz
zur 3D Einmessung.

 

 

Auch unsre Mühlenstation im Römerbergwerk Meurin nimmt Form an. An Pfingsten gab es die erste Informationsveranstaltung vor Ort.